Mariager-Handest Veteranjernbane (MHVJ)


Die Mariager-Handest Veteranjernbane (MHVJ) entstand aus der 1966 stillgelegten Privatbahn Mariager-Faaborg-Viborg Jernbane (MFVJ) und macht seit 1970 Dampf zwischen Mariager und Handest. Der Haupsitz der MHVJ liegt am Hafen von Mariager mit dem Depot, einer Werkstatt und dem Stationsgebäude. An der anderen Endstation in Handest ist eine weitere Wagenhalle vorhanden. Im Frühjahr 2005 wurde hier eine handbetriebene Drehscheibe installiert und das alte Stationsgebäude durch die MHVJ übernommen. Zusätzlich wird in Viborg (also nicht an der MHVJ-Strecke gelegen) ein alter Ringlokschuppen genutzt, in dem vorwiegend die Dampfloks aufgearbeitet werden. Wer also gerne ein bestimmtes Fahrzeug besichtigen möchte, sollte vorher anfragen, wo denn dieses gerade untergestellt ist.

Das rollende Material der MHVJ ist so ziemlich aus ganz Dänemark zusammengetragen und repräsentiert Privatbahnbetrieb zwischen 1910 und 1950 mit Dampf- und Dieseltraktion. Da jede dänische Privatbahn auf ihr eigenes Farbschema besteht, ist hier also eine ziemlich bunte Truppe versammelt:

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An Dampfloks sind drei Henschel Tenderlokomotiven vorhanden, darunter HV 3.
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Die Dieseltraktion aus den 1930er Jahren ist ein Schwerpunktthema der MHVJ: Es gibt zwei betriebsbereite Exemplare des Privatbahn-Loktyps Firkantede, eine weitere Lok dieses Typs steht im Djursland Jernbanemuseum als Leihgabe. 2007 wurde von der benachbarten Museumsbahn LfB zusätzlich eine vergleichsweise moderne Lok vom Typ Rulleskøjter übernommen.
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Bei der MHVJ sind verschiedene Triebwagen zu sehen, von denen zwei als absolute Einzelstücke hervorzuheben sind (beide sind z.Zt. leider in Reparatur): HHJ M 2 war ein "Versuchsballon" der Firma FRICHS, bei dem die Maschinenanlage in einem extra Fahrzeugteil zusammengefaßt ist und der Fahrgastteil wie bei einem Sattelschlepper aufliegt. RHJ M4 ist der letzte vollständige Überlebende der Kielervogne. Das Fahrwerk stammt von den Deutschen Werken Kiel, der holzverkleidete Wagenkasten wurde bei Scandia in Randers gebaut. Schließlich sind auch Triangel-Motorwagen mehrfach vertreten - hier sogar in der seltenen dreiachsigen Ausführung.
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Die MHVJ verfügt über eine bunte Sammlung von Rangiertraktoren und Bahndienstfahrzeugen. Besondere Erwähnung verdient hier der 2005 erworbene Rangiertraktor der Gørlev Sukkerfabrik, eines der letzten Fahrzeuge aus dem Hause Karl Møllers Maskinfabrik, Nagbøl.
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Freunde von Wagenmaterial werden mit einer vielfältigen Sammlung aus Privatbahnbeständen bestens bedient: Es sind so um 30 zwei- und vierachsige Reisezug-, Post-, Pack- und Güterwagen vorhanden. Weitere Güterwagen aus DSB-Beständen werden als mobiler Lagerraum etc. genutzt, aber nicht restauriert.


Im Mai 2007 organisierte die MHVJ anläßlich des 70. Jahrestages ihrer Hausstrecke, der ehemaligen "Mariager-Fårup-Viborg Jernbane" (MFVJ), eine großartige Jubiläumsveranstaltung - hier gibt es dazu einen Reisebericht.


Abbildungen:

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...und für Modellbaufreunde besonders interessant: Die MHVJ bietet eine Sammlung von Maßskizzen ihres gesamten rollenden Materials im HO-Maßstab 1:87 an!

Mein Fazit:
Fantastische Auswahl an Fahrzeugen - für mich als Schuljunge in den 1970er Jahren die Initialzündung, um mit dem Bau von Eisenbahnmodellen zu beginnen. Ein Besuch ist unbedingt empfehlenswert!

Anfahrt mit dem PKW:
Mariager liegt im nordöstlichen Jütland gut 20 km nördlich von Randers und ist bereits dort ausgeschildert. Bei der Anfahrt von Randers aus trifft man direkt nach dem Ortsschild von Mariager auf einen Kreisverkehr ohne Wegweiser: Hier ist die ZWEITE Ausfahrt zu nehmen - ansonsten ist die "Veteranjernbane" ausgeschildert. Handest, das andere Streckenende, kann über die Autobahn E45, Abfahrt 37 erreicht werden.

Anschrift und Kontakt:
Mariager-Handest Veteranjernbane
Dansk Jernbane-Klub
Ny Havnevej 3
DK-9550 Mariager
Telefon: +45 98 54 18 64
Bestellung von Zügen: +45 86 21 51 21
e-mail: mhvj@jernbaneklub.dk
www: http://www.mhvj.dk



Weitere Ausflugsziele in direkter Nähe:

Mariager
Die "Rosenstadt" Mariager ist ein charmantes Städtchen am gleichnamigen Fjord und ist aus verschiedenen Gründen einen Besuch wert ist: Hier gibt es u.a. ein Salzmuseum, das die Gewinnung und Verwendung von Salz erklärt und zu einem Solebad einlädt. Die Fjordlandschaft kann man von einem gemütlichen Raddampfer aus bewundern, der im Hafen von Mariager direkt neben der Museumsbahn anlegt.

Touristinfos: http://www.mariagerturist.dk
Salzmuseum: http://www.saltcenter.com


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