Steckbrief "RegioSprinter"


Die Duewag AG stellte 1993 ihr innovatives Konzept des "Regional-Verbrennungstriebwagen" (RVT) für Nebenstrecken vor, das später als "RegioSprinter" erfolgreich vermarktet wurde. Das Fahrzeug bestand aus zwei motorisierten Einheiten, die mit einem gemeinsamen Mittelstück gelenkig verbunden waren. Zwischen den beiden äußeren Lenkachsen lag im Niederflurbereich die Einstiegshöhe nur 530 mm über der Schienenoberkante, große Fenster vermittelten einen weiträumigen Eindruck. Die konsequente Leichtbaukonstruktion verlieh dem Fahrzeug gute Beschleunigungs- und Umweltwerte. Die erste Serie RegioSprinter ging 1995 an die Dürener Kreisbahn (DKB), weitere Aufträge folgten von der Vogtlandbahn GmbH (VBG). Auf ene Vorstellung der Fahrzeuge in Kanade folgten dagegen keine Bestellungen. 1999 ging die DUEWAG AG in der Siemens Duewag Schienenfahrzeuge GmbH auf, einer 100 %-igen Tochter der Siemens AG. Die weitere Produktion und Entwicklung des RegioSprinters wurde zugunsten des Desiro eingestellt, nachdem 40 Fahrzeuge ausgeliefert worden waren.

Bei den dänischen Privatbahnen kam der RegioSprinter als Nachfolger der allgegenwärtigen Lynetter (Y-tog) ins Gespräch. Zunächst beschaffte die Nærum Banen (LNJ) 1996 einen Triebwagen als Lm 21, der zwei Wochen lang mit einer "Tour de Regio Danmark" landesweit auf Privatbahn- und DSB-Strecken erprobt wurde. 1998 wurden vier weitere Fahrzeuge bestellt, die wegen Problemen bei der Finanzierung erst 1999 ausgeliefert wurden. Zuvor wurde jedoch Lm 21 zerstört, als der Y-tog Ym 20 am 12. Oktober 1998 auf Grund einer falsch gestellten Weiche im Depot auf den RegioSprinter prallte. Seit 2001 ist die LNJ Bestandteil der Lokalbanen A/S (LB). Bei Lieferung führten die LNJ RegioSprinter ein blaues Farbschema, nach der Übernahme durch die LB erhielten sie deren Design in geb/lichtgrau.


Technische Daten "RegioSprinter":
Anzahl 5
Hersteller Duewag
Baujahre 1996, 1998
Achsfolge A + 2 + A
Länge über Puffer 24.800 mm
Motor 2 x MAN D 2865 LUH 07, 5 Zylinder, EURO II
Leistung 2 x 228 kW (310 PS) bei 2000 U/min
Kraftübertragung dieselhydraulisch
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Dienstgewicht 33,1 t
Sitz- / Stehplätze 58 + 9 Klappsitze / 107
Ausstattung 2 Traglastenräume, kein WC




Abbildungen:

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Besuch bei den Regiosprintern der Nærumbanen, Juni 2010

Die Nærumbanen ist wohl die kürzeste aber sicher eine der schönsten Strecken der dänischen Privatbahnen und schlängelt sich durch das waldige Flußgebiet Mølleåen. Hier standen in den Kindertagen der Industriellen Revolution einige Mühlenwerke, die Maschinen antrieben (Hammerwerke etc). Die eingleisige Strecke hat an einigen Haltepunkten Ausweichstellen zur Zugkreuzung, die Weichen sind hier mit federnden Zugen ausgeführt, so dass kein Stellwerk erforderlich ist.

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Zum Verbleib der einzelnen Triebwagen s. Fahrzeugliste.


Quellen:
Bjerregaard, John: Rail-O-Rama: www.railorama.dk
Plum, Ole-Chr. M. (1996): Tour de Regio Danmark. Jernbanen 5/96: 124-127.
Poulsen, John (1993): Motor Materiel 4: Letbyggede motortog fra Uerdingen. Roskilde: bane bøger.
Richter, Kai Arne & Ringler, Georg (2005): Privatbahnfahrzeuge. München: GeraMond Verlag


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