Das Unternehmen
Pedershaab wurde 1877 von Peder Nielsen gegründet, der auf dem
Bauernhof seiner Eltern in Tylstrup eine eigene Schlosserei
eröffnete, sein Angebot bestand aus Baubeschlägen etc.
Zunächst reichte ein Anbau für die Werkstatt aus, ein
Windrad diente zum Antrieb von Bohrmaschine und Fräse. Bald war
eine Erweiterung notwendig und so wurde das Unternehmen 1886 nach
Brønderslev verlegt, da der dortige Bahnanschluß den
Versand der Produkte wesentlich erleichterte. 1899 brannte die Fabrik
nieder, wurde aber neu aufgebaut und hieß seitdem "Pedershaab"
(Peders Hoffnung). Das Angebot wurde um den Bereich Baumaschinen erweitert
und schließlich wurde das Unternehmen 1915 in
die private Aktiengesellschaft "A/S Pedershaab Cementindustri
Maskinfabrik" umgewandelt.
Anfang der 1930er Jahre trat H. S. Lindhardt an das Unternehmen heran
auf der Suche nach einem industriellen Partner. Lindhardt hatte in Eingenregie
eine zweiachsige Kleinlok mit Verbrennungsmotor entwickelt und auch einige
Exemplare erfolgreich verkauft. Pedershaab übernahm die Serienproduktion,
da die Lok gut in das eigene Sortiment von Baumaschinen passte.
Weiterhin erwarb Pedershaab die Lizenz zur Fertigung von sog. Lokomotoren des
Typs IV von den Breuer Werken AG. Hierbei handelte es sich um Rangiertraktoren
mit Benzinmotor, die als ausgesprochen zuverlässig galten. Breuer Lokomotoren
waren seinerzeit europaweit im Einsatz, oft auch aus Lizenzproduktion.
Pedershaab paßte seine Ausgabe an dänische Bedürfnisse an und konnte
1931-32 insgesamt sieben Lokomotoren an die DSB absetzen, die den
Spitznamen "Klædeskab" (Kleiderschrank) erhielten.
Während der deutschen Besetzung Dänemarks
1940-1945 brachte die Treibstoffrationierung die Entwicklung und den
Bau von Motormaterial fast vollständig zum Erliegen. Immerhin konnte
Pedershaab einige Fahrzeuge mit Gasgeneratoren ausliefern. Nach dem
Krieg wurde die Produktion von Kleinloks wieder aufgenommen und bis
1956 fortgeführt. Die verwendeten Motoren stammten dabei von
anderen Herstellern, wie B&W oder
Ford. Insgesamt wurden ca. 500 Loks an die DSB,
verschiedene Privatbahnen sowie Industrie- und Bauunternehmen ausgeliefert.
Damit ist die Firma Dänemarks größter Hersteller von Kleinlokomotiven.
Besonderen Ruhm erlangte DSB Traktor 57, der 1975 im Film "Olsenbanden
på sporet" (Die Olsenbande stellt die Weichen) mitwirkte und heute im
Eisenbahnmuseum in Odense ausgestellt ist.
Pedershaab ist heute auf
den seit 1948 entwickelten Geschäftszweig für Maschinen zur
Herstellung und Bearbeitung von Betonröhren spezialisiert. 1972
wurde die Mehrheit der Firmenanteile aus Familienbesitz von der FLS
Industries A/S erworben, einem international aktiven Zementkonzern
mit Sitz im dänischen Valby. 1981 wurde dann die "Pedershaab
Maskinfabrik A/S" als 100 %-ige Tochter übernommen und ab
1990 als "Pedershaab A/S" geführt. Im Zuge von
Restrukturierungen wurde Pedershaab 2003 an das US-amerikanische Unternehmen
Concrete Technology Integrators Inc. (CTI) verkauft und firmierte als
"Pedershaab Concrete Technologies A/S". 2008 erfolgte der Zusammenschluß
mit der amerikanischen Hawkeye Group, die ebenfalls Beton-Fertigröhren herstellt. Der neue,
gemeinsame Unternehmensname ist "HawkeyePedershaab".
Das Andenken an den 1936 verstorbenen Firmengründer Peder Nielsen
wird übrigens von der DSB auf ganz besondere Weise gepflegt: 1991
wurde der Triebzug MFA 5028 mit einer Zeremonie in Brønderslev
auf seinen Namen getauft.
Anschrift und Kontakt:
Pedershaab A/S
Saltumvej 25
DK-9700 Brønderslev
Phone +45 9645 4000
e-mail: pedershaab@pedershaab.dk
www: www.pedershaab.dk
Nachtrag:
Peder Nielsen gründete
übrigens 1919 eine weitere Firma in Brønderslev, die "A/S
Peder Nielsen Beslagfabrik Pedershaab". Das Unternehmen war bis
1973 in Familienbesitz und ging direkt vom Gründer an seinen
Sohn und dann an seine Enkelin über. Das Produktionsprogramm
besteht bis heute aus Baubeschlägen wie Scharnieren, Riegeln
etc.
Anschrift und Kontakt:
A/S Peder Nielsen Beslagfabrik
Nørregade 25
DK-9700 Brønderslev
Phone +45 9645 56 56
e-mail: info@pn-beslag.dk
www: www.pn-beslag.dk"
Erhaltene Pedershaab Traktoren (Auswahl):
Fahrzeug (Achsfolge)
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Baujahr: Fabriknummer
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Eigner
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DSB Traktor 47, 48, 52 "Klædeskab" (B)
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1931: 90/8440, 1932: 97/8600,101/8604
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DSB Museumstog
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DSB Traktor 49, "Klædeskab" (B)
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1932 / 98/601
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SFvJ
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DSB Traktor 57 (B)
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1953 / 457/21929
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Danmarks Jernbanemuseum
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MFVJ Traktor (B)
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1950 / 439/20300
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MHVJ
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HHJ T1 (B)
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1952 / 451/20979
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VBV
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FKF Traktor (B)
|
1954 / 459/22677
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privat
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Quellen:
Andersen, Torben (1991): DSB Klædeskab. Lokomotivet 26: 4-9.
Christensen, Lars c/o: www.jernbanen.dk
Merte, Jens. Lokomotivfabriken in Deutschland: www.merte.de/eisenbahn
Metalsupply.dk: www.metalsupply.dk
Pedershaab A/S: www.pedershaab.dk
Peder Nielsen Beslagfabrik: www.pn-beslag.dk
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