Abgesehen von dem
spektakulären siamesischen Auftrag, hielten sich die
Exporterfolge und Lizenzvergaben von A/S Frichs in bescheidenen
Grenzen. Die folgende Auflistung ist der Versuch, diese Verbindungen
nachzuzeichnen. Die Daten sind nicht vollständig und ich hoffe
auf rege Mitarbeit meiner Leser!
Belgien
Die SNCB beschaffte in den 1930er Jahren ergeizige Triebwagenprojekte, darunter
die dreiteilge Schnelltriebwagen-Garnitur 656.01 von Baume & Marpent. Das Fahrzeug war mit
zwei 12-Zylinder Frichs-Dieseln in V-Form ausgestattet, die jeweils 400 PS bei 1250 U/min leisteten.
Der Triebzug wurde beim Angriff auf die Stadt Muizen 1944 zerstört.
Deutschland
1942 bestellte die DRG zehn Loks der Baureihe 44 bei A/S Frichs (1943
auf 44 ÜK geändert). Als
Kriegsloks erhielten die Maschinen keine Frichs-Firmenschilder,
sondern lediglich Stempel am Rahmen. Die unfertigen Maschinen
wurden 1944 nach Deutschland überführt und ab 1948 bei
dem VEB "Lokomotivbau und Elektrotechnische Werke (LEW) Hans
Beimler" in Henningsdorf bei Berlin fertiggestellt (die
LEW-Werknummern sind Seriennummern von Borsig, der Vorgängerfirma
des Werkkomplexes). Die Lokomotiven standen
bei der DR bis Ende der 1970er Jahre im Dienst, keine
der Maschinen ist erhalten.
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DR-Loks der Baureihe 44 von A/S Frichs: |
| Baujahr / Frichs Werknr. |
LEW Werknr. |
DR |
DR ab 19?? |
| 1949 / 326 |
16318 |
44 1231 |
44 0231-9* |
| 1949 / 327 |
16322 |
44 1232 |
44 9232-9 |
| 1949 / 328 |
16319 |
44 1233 |
44 0233-5* |
| 1948 / 329 |
16313 |
44 1234 |
44 1234-2 |
| 1949 / 330 |
16314 |
44 1235 |
44 0235-0* |
| 1949 / 331 |
16315 |
44 1236 |
44 1236-7 |
| 1949 / 332 |
16316 |
44 1237 |
44 1237-5 |
| 1949 / 333 |
16317 |
44 1238 |
44 9238-5 |
| 1949 / 334 |
16320 |
44 1239 |
44 1239-1 |
| 1949 / 335 |
16321 |
44 1240 |
(nicht umgezeichnet) |
* = umgerüstet auf Ölfeuerung
Estland
1934 lieferte A/S Frichs Dieselmotoren an die Estnische Staatsbahn (EVR):
Eine 220/290 PS Maschine (Angaben je nach Drehzahl) für den Breitspurtriebwagen DeM 1
und zwei 125 PS Motoren für die dieselelektrischen Triebwagen M 1 und M 2 des
750 mm-Schmalspurnetzes.
Frankreich
1934 wurde eine Lizenzvereinbarung mit der französischen Corpet Louvet über
die Fertigung von Frichs-Konstruktionen geschlossen. Dabei lieferte A/S Frichs drei 250
PS Motoren für
Rangiertraktoren der Compagnie du Chemin de Fer du Nord.
Nähere Angaben liegen mir nicht vor.
Finnland
1935 lieferte A/S Frichs
Dieselmotoren für vier Triebwagen der Firma Tammerfors, die an
die finnische Staatsbahn (VR) gingen. Ein Fahrzeug der Reihe Dm 2
ist im Haapamäki Dampflokmuseum erhalten. 1945 folgten Bestellungenfür fünf
dieselmechanische Rangiertraktoren,
von denen vier als Reparationsleistungen an die Sowjetunion weitergeleitet wurden.
1946 erhielt A/S Frichs einen Auftrag der VR über 20 Dampfloks der Reihe Tk 3. Dabei
handelte es sich um einen in Finnland weit verbreiteten Typ der
Achsfolge 1'D mit dreiachsigem Tender, Lok Nr. 1150 ist noch unter Dampf
zu erleben.
Großbritannien, Neuseeland
1933 vereinbarte die
Vulcan Foundry Ltd., Newton-le-Willows, England die Lizenzfertigung
von Frichs Dieselfahrzeugen. Zunächst wurde 1935 eine
dreiachsige Rangierlok fertiggestellt, 1940-42 folgten zehn
Triebwagen für die New Zealand Railways (NZR). Es erreichten nur neun
Fahrzeuge ihr Ziel, da ein Schiff unterwegs durch Torpedos eines
deutschen U-Boots verloren ging. Die Triebwagen RM 50-58 mit der
Achfolge (A1A)' 2' wurden jeweils von einem in Lizenz gebauten
Frichs-Diesel (Type 6185CA)
angetrieben, der über eine hydraulische Kupplung auf ein
Fünfgang-Automatikgetriebe wirkte. Um 1960
erhielten die Fahrzeuge Austauschmotoren von Frichs.
Die Wagen waren bis 1978 im Einsatz, vier werden museal erhalten.
Niederlande
In den Niederlanden erwarb
die Firma Thomassen die Lizenz zum Bau von Frichs-Dieselmotoren, die
in verschiedenen Triebwagen der NS Verwendung fanden. Bei allen
Fahrzeuge wurde die Leistung jedes Motors über ein mechanisches
Getriebe auf nur eine Achse übertragen. Einige Wagen waren bis
in die 1960er Jahre im Einsatz.
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Zweiachsige Fahrzeuge,
Achsfolge A1: Sieben Fahrzeuge der Reihe omC 901-908 von 1927
erhielten 1934 Frichs-Diesel als Austauschmotoren.
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Vierachsige Fahrzeuge,
Achsfolge (1Ao)' (Ao1)': Die zweimotorige Reihe omBC 1904-1910 von
1929 erhielt 1937 Frichs-Diesel als Austauschmotoren. Von der
ebenfalls zweimotorigen Stromlinienreihe omBC 2901-2908 wurden 1937
drei Fahrzeuge mit Frichs Lizenzmotoren ab Werk ausgerüstet.
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Schweden
1935 lieferte Kockum einen
Triebwagen mit A/S Frichs-Motor an die Malmö-Ystad Jernbane,
nähere Angaben liegen mir nicht vor.
Siam / Thailand
Die Königliche
Eisenbahngesellschaft Siams RSR (dem heutigen Thailand) erteilte A/S
Frichs 1930 eine Großbestellung über dieselelektrische
Fahrzeuge für 1000 mm-Spur: Sechs Schnellzugloks (No. 551-556),
eine schwere Güterzuglok (No. 601) und sechs Triebwagen (RM
11-16) für den Nahverkehr in Bangkok. Die Triebwagen
waren mit zwei Führerständen ausgestattet und wie ein
Sattelschlepper zweigeteilt, der Fahrgastteil von Scandia bot 56
Sitzplätze. Die meisten Fahrzeuge überstanden den
zweiten Weltkrieg und wurden Mitte der 1960er Jahre ausgemustert.
In den 1950er Jahren erhielt A/S Frichs noch einen größeren
Auftrag für Ersatzteile, neue Fahrzeuge wurden aber nicht
mehr bestellt. No. 556, No 601 und RM 15 sind erhalten, s. Abbildungen.
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Frichs-Fahrzeuge fü Königlich Siamesischen Staatsbahnen: |
| Betriebsnummer |
No. 551-556 |
No. 601 |
RM 11-16 |
| Baujahre |
1931 |
1932 |
1932 |
| Achsfolge |
2' Do 2' |
2' Do + Do 2' |
Bo1 2' |
| Länge über Puffer |
16.780 mm |
21.470 mm |
19.770 mm |
| Motor |
2 x Frichs 628C, 6 Zylinder |
2 x Frichs 831C, 8 Zylinder |
Frichs 617, 6 Zylinder |
| Leistung |
2 x 500 PS bei 600 U/min |
2 x 825 PS bei 600 U/min |
180 PS |
| Höchstgeschwindigkeit |
75 km/h |
45 km/h |
50 km/h |
| Dienstgewicht |
86,0 t |
132,0 t |
46,4 t |
Sondergallerie zur
RSR No. 556
Spanien
In den 1930er Jahren wurden zwei Triebzüge mit A/S Frichs-Motoren
ausgerüstet. 1941 folgten Austauschmaschinen für drei
Triebwagen, die ursprünglich mit B&W-Dieseln ausgestattet
waren. Nähere Angaben liegen mir nicht vor.
A/S Frichs Übersicht
Teil 1: Frühe Jahre und Dampflokzeit
Teil 2: Die große Dieselzeit
Teil 3: Besatzungszeit und Neuanfang
Teil 4: Niedergang
Anhang: A/S Frichs Exporte