"Mørklægning" (Verdunkelung)


Gegen Bomberbesatzungen, die nach visuellen Landmarken navigierten, galt nächtliche "Verdunkelung" allgemein als probates Mittel. In Dänemark wurde das Verfahren als "Mørklægning" am 07. November 1938 erprobt, als für die Stadt Roskilde mit rund 10.000 Haushalten sowie das Umland Verdunkelung angeordnet wurde. Es wurden Militärflugzeuge entsandt und die Berichte der Piloten ausgewertet. Demnach war die verdunkelte Stadt anhand von Lichtern nicht auszumachen, ihre Lage war letztendlich aber an den charakteristischen Küstenlinien und den im Mondlicht reflektierenden Dampffahnen der Züge erkkennbar. Das Experiment wurde auch von verschiedenen ausländischen Beobachtern begleitet.

Während der deutschen Besetzung Dänemarks 1940-45 war die Gefahr alliierter Fliegerangriffe akut. Daher wurde direkt am Invasionstag, dem 09. April 1940, die Maßnahme "Mørklægning" polizeilich angeordnet und erst mit der Niederlage der Wehrmacht am 04. Mai 1945 wieder aufgehoben. Demnach war jegliche Außenbeleuchtung an Gebäuden sowie das Führen von Handleuchten etc. verboten. Innenräume durften nur bei lichtdicht abgeschirmten Fenstern beleuchtet werden, Türen waren mit Lichtschleusen zu versehen. Straßenlaternen wurden weitgehend abgeschirmt, die Leuchten an Fahrzeugen waren bis auf schmale Lichtschlitze abgeblendet. Zur Vermeidung von Unfällen wurden Kanten von Bordsteinen und Treppenstufen weiß markiert, Fußgänger machten mit weißen Armbinden o.ä. auf sich aufmerksam. Die Einhaltung der Maßnahmen wurde streng überwacht, bei Zuwiderhandlung drohten Geld- und Freiheitsstrafen.

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Die DSB setzte bei Anordnung der Verdunkelung ihre Vorschrift "Bestemmelser om Mørklægning" in Kraft, vergleichbare Maßnahmen wurden auch bei den Privatbahnen getroffen. Bei Fahrzeugen und Gebäuden waren die Fenster mit lichtdichten Vorhängen oder Sperrholzplatten abzublenden, an den Türen Lichtschleusen einzurichten sowie Lok- und Güterschuppen mit einer Automatik zu versehen, die beim Öffnen der Tore zum Dimmen der Innenbeleuchtung führte. Problematisch war die Situation auf Betriebsgeländen wie Bahnsteigen, Rangierflächen und Ladebereichen, wo die sonst für Straßen zulässige Beleuchtung von 10 Millilux nicht ausreichte. Sofern kein Luftalarm vorlag, war hier eine hellere Beleuchtung zugelassen, wofür speziell abgeschirmte Leuchten und Scheinwerfer entwickelt wurden. An Fahrzeugen wurden die Signalleuchten weitgehend abgedeckt und nur schmale Spaltöffnungen gewährten eine rudimentäre Beleuchtung. Bei Dampfloks wurde der Führerstand mit Planen abgehangen und die Seitenfenster mit grünem Transparentlack gestrichen. Als Unfallschutz erhielten die Pufferteller der Lokomotiven eine weiße Umrandung und bei Personenwagen wurden Trittstufen und Handläufe weiß abgesetzt. Problematisch blieb die reduzierte Leuchtstärke bei Lichtsignalen, was zu Rangierunfällen etc. führte.

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Trotz aller Bemühungen blieben die dänischen Bahnen den Angriffen der RAF ausgesetzt und gerieten verschiedentlich ins Feuer britischer Flieger.

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Quellen:
2. Verdenskrig: www.2verdenskrig.dk
Generaldirektoratet for Statsbanerne, Hrg. (1947): De Danske Statsbaner 1847-1947. Kopenhagen: Det Berlingske Bogtrykkeri.
Petersen, Carl-Otto (1980): De sorte tog. By Forlaget Hamlet. (Dankernes Historie Online).


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