Auf Anregung des DSB-Generaldirektors Peter Knutzen eröffnete 1935 im Hauptbahnhof
Kopenhagen ein Kino nach dem Vorbild des Bahnhofs St. Lazare in Paris, in dem sich
Reisende für 70 Øre die Wartezeit verkürzen
konnten. Hierzu wurden rechts vom Haupteingang zwei Warteräume zusammengefaßt und ein
Kinosaal mit 305 Plätzen eingerichtet. Der Zugang erfolgte durch die Haupthalle des Bahnhofs, von
außen wies eine neonblaue Leuchtreklame auf das Kino hin.
Das Rauchen im Saal war ausdrücklich gestattet, die Luft wurde mit dem System "Danapin Ozon"
gereinigt. Das Lichtspielhaus war als "D.S.B. Kino" bzw. als "Kino Den hvide Verden"
(Kino Die weite Welt) bekannt und zeigte zwischen 15 und 0 Uhr ein einstündiges Kurzfilmprogramm,
bestehend aus Reise- und Naturfilmen, Wochenschauberichten etc. sowie Zeichentrick mit "Skipper Skræk"
(Pop Eye) und "Betty Boop". Generaldirektor Knutzen eröffnete sein Lichtspielhaus am 21. Februar 1935
mit einer Ansprache von der Leinwand und das Publikum nahm das Angebot begeistert an: Bereits im ersten Jahr
zählte man 553.000 Besucher.
Mit dem Aufkommen des Fernsehens in den 1960er Jahren verlagerte sich das Programm zunehmend
auf Spielfilme, Dokumentationen wurden dagegen nur noch zu besonderen Anlässen gezeigt wie der
Vermählung von Kronprinzessin Margrethe 1967 oder der Mondlandung 1969. 1971 sank die
Auslastung des Kinos unter 15 % und man entschloß sich zur Schließung der einst beliebten
Einrichtung, deren insgesamt 111.000 Vorführungen 15 Mio. Besucher erreichten. Die Räumlichkeiten
wurden anschließend durch den "J&M City Market" - später "IC Supermarket" -
genutzt und 2004 vom Schnellrestaurant "Max Burger" übernommen.
Quellen:
JG: biografmuseet.dk, www.biografmuseet.dk.
Larsen, Morten F. (1994): Vi mødes under Uret... Roskilde: bane bøger.