Versandformate im Güterverkehr


In Dänemark gab es gleichermaßen bei der DSB und den Privatbahnen vielfältige Versandformate im Güterverkehr. Damit konnten vom Privatmann bis zum Großkunden alle Interessenten bedient und Transportlösungen für jede beliebige Frachtmenge gefunden werden. 1993 organisierte die DSB ihre Aktivitäten neu und übertrug den Gütertransport auf den nun eingenständigen Betrieb "DSB gods". 2001 übernahm "Railion Danmark" das verbliebenen Gütergeschäft und beendete den Gütertransport bei der DSB. Man konzentrierte sich nun auf den Transitverkehr und überließ privaten Anbietern den Binnentransport.

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Banepakke, Eksprespakke

Im Wettbewerb mit der Post, bot die DSB die Beförderung von kleineren Frachtsendungen als Banepakke (Bahnpaket) in Personenzügen an, vergleichbar dem bis Anfang der 1990er Jahre in Deutschland üblichen "Expressgut". Die Pakete durften bei der DSB ein Gewicht max 50 kg, eine Kantenlänge von max 1,1 m und ein Volumen max 0,5 m³ aufweisen. Die Sendungen konnten an den Gepäckschaltern der Bahnhöfe und anderer Dienststellen sowie bei den Chauffeuren der Auslieferungsfahrzeuge aufgegeben werden. Die Gebühren wurden durch das Aufkleben von Banepakker-Wertzeichen beglichen, regelmäßige Kunden konnten entsprechende Frankiermaschinen erwerben. Die Beförderung der Pakete erfolgte mit dem nächstmöglichen Reisezug. Am Zielort wurden die Sendungen von der DSB bzw. externen Dienstleistern am nächsten Werktag ausgeliefert. Eilige Sendungen konnten gegen Aufpreis als Eksprespakke (Expresspaket) aufgegeben werden und wurden nach Möglichkeit noch am selben Tag zugestellt. Die Beförderung von Banepakker wurde um 1980 eingestellt.

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Kurergods

Wenn es richtig schnell gehen sollte, konnten Sendungen zwischen den Haltepunkten im IC/Lyntog-Netz als Kurergods (Kuriergut) aufgegeben werden, vergleichbar dem "IC-Kurierdienst" der DB. Diese Pakete durften ein Gewicht max 20 kg, eine Kantenlänge von max 1,0 m und einVolumen max 150 l aufweisen. Die Aufgabe erfolgte am Gepäckschalter bis 15 Minuten vor Abfahrt, die Abholung war am Zielbahnhof 15 Minuten nach Ankunft möglich.


Stykgods, Partigods

Als Stückgut werden im Eisenbahnwesen Versandeinheiten bezeichnet, die als Einheit verladbar waren und keine speziellen Transportbehälter erforderten. Im Gegensatz zur Wagenladung (s.u.) ließen sich ggf. mehrere Stückguteinheiten in einem Standardwaggon befördern, die Auslieferung erfolgte im Haus-zu-Haus-Verkehr. Die DSB bot den Transport von Stykgods (Stückgut) für Einheiten mit beliebigen Maßen und einem Gewicht von bis zu 1.000 kg an, die von einem Frachtbrief begleitet wurden. Mehrteilige Sendungen konnten auf Paletten o.ä. zusammengefaßt werden und wurden als Partigods günstiger befördert. Die Sendungen wurden beim Kunden abgeholt und am nächsten Werktag dem Empfänger zugestellt. Bei der Auslieferung von Stückgutsendungen setzte die DSB ab 1949 auf Lkw, die von den Bahnhöfen mit Stückgutabfertigung aus die umliegenden Packstationen im Liniendienst versorgten. Genutzt wurden zweiachsige Fahrzeuge mit einer Zuladung von 5 t sowie Anhänger mit einer Zuladung von 4,2 t oder 3,1 t. Vergleichbare Angebote gab es bei den Privatbahnen. 1972 wurde der Stückgutverkehr als "DSB system transport" neu organisiert: Der Schienenweg verband nun rund 20 Terminals sowie einige Stationen mit hohem Frachtaufkommen. Versender und Empfänger wurden mit landesweit ca. 500 Lkw bedient, von denen die Hälfte von vertraglich gebundenen Fuhrunternehmen betrieben wurde. 1993 übernahm die eigenständige "DSB gods" den Stückgutverkehr und investierte massiv in dieses Marktsegment. Hierbei wurden 400 Schiebewandwagen der Reihe Hbikks aus Schweden beschafft und modernisiert. 1999 verkaufte "DSB gods" die Stückgutsparte an die Spedition "Danske Fragtmænd", die den gesamten Geschäftsbereich auf die Straße verlagerte und später einstellte.

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Vognladningsgods, Ilgods

Der Versand ganzer Wagenladungen vom Absender bis zum Empfänger erfolgte als Vognladningsgods (Wagenladung) im Einzelwagenverkehr über Nacht. Dabei konnte der Kunde eine geeignete Bauart aus dem Wagenpark der DSB wählen oder ggf. auf seine Privatwagen zurückgreifen. Sofern kein Anschlußgleis verfügbar war, erfolgte die Übergabe der Waggons am nächstgelegenen Bahnhof. Zeitweilig wurde auch die Zustellung per Straßenroller an größeren Standorten angeboten. Das Be- und Entladen war Aufgabe des Kunden und erfolgte an den Bahnhöfen werktags innerhalb von 8 Stunden zu üblichen Arbeitszeiten. In dieser Zeit war der Waggon an einer Laderampe o.ä. zugänglich, ggf. konnten auch lokale Krananlagen gegen Aufpreis genutzt werden. Das Beförderungsentgeld wurde in Tarifklassen nach Warenkategorie in Abhängigkeit von Tonnage und Wegstrecke berechnet. Eilige Sendungen wurden als Ilgods (Eilgut) gegen einen Preisaufschlag von 25 % beschleunigt befördert. Leichtverderbliche Güter wie frische Lebensmittel wurden grundsätzlich als Eilgut ohne Aufpreis angenommen.


Kombi gods

Unter dem Begriff Kombi gods wurden alle Formen des Kombinerten Verkehrs bzw. des Intermodaltransports zusammen gefaßt. Dabei wurden Transporteinheiten zwischen den Verkehrsträgern wie Schiene und Straße übergeben, ohne das eigentliche Transportgut umzuladen. Es handelte sich um die Formate Wechselaufbauten, Sattelauflieger und ISO-Container, die sich ab den 1970er Jahren durchsetzten. Daneben gab es verschiedentlich Ansätze mit "Großbehältern" oder "Mittelcontainern" wie den pa-Behältern, der DSB-proprietären DSB +box und den Dantainer der Danfragt A/S.


Hellast

Für spezielle Kunden mit großem Volumenbedarf führte DSB gods die Kategorie Hellast (Ganzzug) ein, für die ggf. eigenes Wagenmaterial beschafft wurde. Damit wurden Kunden wie I/S Vestkraft mit den Kohlezügen, Junkers mit Rungenwagen der Bauart Lps sowie und das "Post- & Telegrafvæsenet" (P&T) mit unbegleiteten Pakettransporten in Schiebewandwagen bedient.


Transitgods

Gütertransporte, die Dänemark ohne Umschlag passierten, wurden als Transitgods bezeichner. Hierzu zählten insbesondere die Züge der Danlink-Verbindung und die Güterzüge über die Øresundbrücke.


Quellen:

Andersen, Torben (2023): DSB godsvogne 1965-2001 - litra E til U. Virum: TjA-Historic.
DSB (1967): Vognladningsgods. (DSB Broschüre).
DSB (1970): DSB - om vognladnings gods. (DSB Broschüre).
DSB (198-): DSB gods ABZ. (DSB Broschüre).
N.N. (1953): Lastbilkørslen i 2. Distrikt. Vingehjulet 10. årgang nr. 18: 217-221.