Anfang der 1930er Jahre
begann Triangel mit der Konstruktion großer Triebwagen, da der
Markt für kleine Motorwagen gesättigt war. Für die
dänischen Privatbahnen wurden Fahrzeuge entwickelt, die sich
konzeptionell an einer schwedischen Vorlage orientierten. Die Wagen waren mit zwei
Führerständen und Übergängen an den Stirnseiten
ausgestattet. Um den Fahrgastraum gegen Vibrationen und Lärm der
Maschinenanlage zu isolieren, wurde der Wagenkasten an beiden Enden
von zweiachsigen Laufdrehgestellen getragen. Die gesamte
Antriebsanlage wurde in einem zusätzlichen Maschinendrehgestell
in der Fahrzeugmitte untergebracht. Über dem Motor befand sich
mitten im Fahrgastraum eine Haube, auf der eine längs zur Fahrtrichtung
ausgerichtete Bank montiert war. Diese Auslegung brachte dem Fahrzeugtyp
den Spitznamen "Tretrukker" (Drei-Drehgestelle) ein.
Aus wirtschaftspolitischen Gründen wurde die Produktion der Wagen
auf folgende Unternehmen verteilt. Triangel: Fahrgestell und
Maschinenanlage, Thrige: Elektrische Ausrüstung, Scandia:
Wagenkasten sowie B&W: Motor.
Das erste Tretrukker-Versuchsmodell (Modell XXI) war mit mechanischer
Kraftübertragung ausgestattet. Die Antriebsleistung wurde
mittels Kardanwelle vom Maschinendrehgestell auf eines der beiden
Enddrehgestelle übertragen (Achsfolge 2' 2' B'). Der Wagen erhielt
die Betriebsnummer M 2 bei der Odense-Kerteminde-Martofte Jernbane
(OKMJ), er wurde 1951 als Reisezugwagen umgerüstet und 1966
verschrottet.
Die Serienausführung
der Tretrukker (Modell XXII) wurde dieselelektrisch ausgeführt.
Hier war die gesamte Antriebsanlage im Maschinendrehgestell
untergebracht und die Zugkraft wurde mittels Puffern
und Kupplungen auf das Fahrzeug übertragen.
Tretrukker wurden auf Jütland von der
Lemvigbanen (VLTJ) als M 4-M 6 sowie auf Südfünen von der SFJ
als M 6-M 13 und von der OMB als M 3-M 4 beschafft. Die Wagenkästen
unterschieden sich im Bereich der Einstiege und der Führerstände:
Bei den Fahrzeugen der VLTJ war dieser Bereich schmaler ausgeführt,
bei den Triebwagen für Fünen verjüngte er sich zu den
Fahrzeugenden hin. Mit der Übernahme von Privatbahnen auf Fünen
erhielt die DSB 1949 auch sechs dieser Fahrzeuge, die
zwischenzeitlich als Baureihe MDF geführt wurden. Anfang der
1950er Jahren wurden bei allen Tretrukkern die unzuverlässigen
B&W-Motoren gegen MAN-Maschinen ausgetauscht.
Die Wagenkästen der Tretrukker waren mit Teakholz verkleidet und
klarlackiert, die Dächer waren mit Dachpappe gedeckt. Die
Fahrzeuge wurden bei Bedarf mit zusätzlichen Reisezugwagen und
auch vor leichten Güterzügen eingesetzt. Während der deutschen
Besetzung Dänemarks und in den letzten Betriebsjahren wurden
einige Tretrukker als Personenwagen verwendet. Der Betrieb der
Fahrzeuge wurde Ende der 1970er Jahre eingestellt und lediglich zwei der VLTJ-Wagen
wurden museal erhalten.
Museal erhaltene Fahrzeuge:
SFvJ: VLTJ M 5, 6
Status der VLTJ-Tretrukker bei der SFvJ 2005:
M 6 war gelegentlich im Museumsbetrieb und soll wiederhergestellt
werden. M 5 ist abgestellt und soll als Reisezugwagen aufgebaut
werden. Von M 4 waren nach einem Brand 1988 nur noch einzelne Teile
vorhanden.
| Technische
Daten Tretrukker (Modell XXII) |
| Anzahl |
13 |
| Hersteller |
Triangel / Scandia / B&W |
| Baujahr |
1932 |
| Achsfolge |
2' Bo' 2' |
| Länge über Puffer |
29.930 mm |
| Motor |
B&W 815VGL22, 8 Zylinder, Zweitakt |
| Leistung |
257 kW (350 PS) bei 1100 U/min |
| Kraftübertragung |
dieselelektrisch |
| Höchstgeschwindigkeit |
70 km/h |
| Dienstgewicht |
55,0 t |
| Sitzplätze |
72 + 5 Klappsitze |
| Zuladung im Traglastenraum |
1,5 t |
| Ausstattung |
1 WC, Heizung durch Kühlwasser des Motors |
Abbildungen:
Typ "Fyn":
Typ "Lemvig":
Quellen:
Andersen, Torben (1997): B&W og Holeby Diesel. Lokomotivet 49: 34-39.
Andersen, Torben (2001): Scandia diesellokomotiver og motorvogne 1924-1934.
Lokomotivet 65: 41-47.
Andersen, Torben (2003): Motortrækkraft hos VLTJ/Lemvigbanen. Lokomotivet 75: 48-55.
Alkjær, Hans Gram et al. (1976): Motor Materiel 1: Jernbanemotor
materiellet fra Triangel. Dansk Jernbane-Klub.
Syd Fyenske Veteranjernbane (SFvJ): www.sfvj.dk
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