Die dänischen
Privatbahnen benötigten 1945 dringend modernes Material für
den Personenverkehr. Die Wahl fiel auf die Schienenbusse der
schwedischen Hilding Carlsson Werke (SJ-Typ Yo1),
die Scandia als überarbeitete Lizenzausgabe anbot. Dabei
handelte es sich um Leichtbau-Fahrzeuge auf zweiachsigen
Drehgestellen mit Führerständen an beiden Enden. Ergänzend
gab es Beiwagen, ebenfalls auf Drehgestellen, sowie zweiachsige Gepäckwagen.
Für die Bornholmer DBJ gab es eine spezielle Schmalspurausführung.
Allgemein wurden die Fahrzeuge als "Skinnebusser" (Schienenbusse) bekannt.
Skinnebusser wurden in
zwei Lieferserien von zahlreichen Privatbahnen beschafft, weitere
Gesellschaften erwarben gebrauchte Fahrzeuge. Vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten,
großer Komfort sowie niedrige Betriebskosten sorgten für
allgemeine Beliebtheit der Fahrzeuge und verlängerten das Überleben
zahlreicher Bahnen. Die Skinnebusser prägten landesweit das Bild
der dänischen Privatbahnen in den 1950er und -60er Jahren, bis
ab 1965 die "
Lynetter"
eingeführt wurden. Anfang der
1970er Jahre waren sie mehrheitlich ausgemustert und zum großen
Teil verschrottet. Einige Fahrzeuge werden museal erhalten, andere wurden
zu Bahndienstfahrzeugen umgebaut.
Die Skinnebusser wurden in
weitgehend einheitlicher Ausführung geliefert, lediglich bei der
Farbgebung bestand freie Wahl, so daß zahlreiche Farbvarianten entstanden.
Fahrzeuge der Lieferserie II sind an
den stumpferen Stirnseiten erkennbar, wodurch die lichte Weite der
Türen vergrößert werden konnte. Alle Skinnebusser
wurden mit klappbaren Gepäckträgern an den Fronten
ausgeliefert, Dachgepäckträger erhielten nur Triebwagen der Serie I.
Museal erhaltene Fahrzeuge (Auswahl betriebsfähiger Fahrzeuge):
Limfjordsbanen (LfB): SVJ Sm 7
Nordsjællands Veterantog (NSJV): LNJ Sm 13
Skælskørbanen (SSB): AHTJ Sm 1, VGJ Sm 6
Veteranbanen Bryrup-Vrads (VBV): HBS Sm 212
|
Technische Daten Scandia Skinnebusser: |
| |
Serie I |
Serie II |
| Anzahl |
53 |
36 |
| Hersteller |
Scandia |
Scandia |
| Baujahre |
1947-49 |
1951-54 |
| Achsfolge |
(1A)' (A1)' |
(1A)' (A1)' |
| Motor* |
Frichs 8115CC, 8 Zylinder** |
Frichs 8115CC, 8 Zylinder |
| Leistung |
118 kW (160 PS) bei 2000 U/min |
118 kW (160 PS) bei 2000 U/min |
| Kraftübertragung |
dieselmechanisch |
dieselmechanisch |
| Höchstgeschwindigkeit |
70 km/h |
75 km/h |
| Länge über Kupplung |
14.200 mm |
14.280 mm |
| Dienstgewicht |
13,0 t |
14,0 t |
| Anzahl Sitzplätze 2. Kl. |
48 |
48 |
* = Zahlreiche Skinnebusser erhielten in den 1960er Jahren neue Motoren: Leyland 680, 6 Zylinder,
110 kW (150 PS) bei 1800 U/min
** = Die ersten zehn Skinnebusser der Serie I erhielten Scania-Vabis Dieselmotoren vom Typ D802 mit
8 Zylindern und einer Leistung von 132 kW (180 PS) bei 2000 U/min.
Abbildungen:
Mehr Skinnebus-Bilder und -Infos auf den hervorragenden
Seiten von Erik V. Pedersen:
www.evp.dk
Zum Verbleib der einzelnen Triebwagen s.
Fahrzeugliste.
Quellen:
Andersen, Torben (1997): Skinnebusser. Lokomotivet 50: 25-32.
Andersen, Torben (2004): Dansk Jernbanehistorie 1. Næstved: Lokomotivet´s forlag.
Poulsen, John (1989): Motor Materiel 3: Skinnebusser. Roskilde: bane bøger.
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