Steckbrief "Mireo"


Die "Siemens Mobility" stellte 2016 mit der rein elektrisch angetriebenen Plattform "Mireo" eine Familie mehrteiliger Regional-Triebzüge vor. Zwischen den beiden Triebköpfen ließen sich bis zu 5 Mittelwagen einfügen, wobei alle Mitteldrehgestelle in der Bauart Jacobs angeordnet wurden. Die Konfigurationen "Eco" und "Speedy" unterschieden sich dabei in der Anzahl der angetriebenen Drehgestelle und damit in den Werten für die Anfahrbeschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit. Die Wagenkästen wurden aus Aluminium in Integralbauweise ausgeführt, der Innenraum ließ sich nach Kundenwunsch frei konfigurieren. Zwischen den Drehgestellen war ein Großteil des Fahrgastraumes als Niederflurbereich ausgeführt, um die Mitnahme von Fahrrädern, Rollstühlen etc. zu erleichtern. Für den Einsatz des Mireo außerhalb von Oberleitungsnetzen wurden 2 "Mireo Plus"-Versionen mit hybriden Antriebssystemen entwickelt:

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Die 2021 vorgestellte Variante Mireo Plus B erhielt wiederaufladbare Batterien, die über Oberleitungskontakte geladen werden konnten und eine Reichweite von 80 km (zweiteilig) bzw. 120 km (dreiteilig) ermöglichten.

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Die 2022 vorgestellte Variante Mireo Plus H erzeugte ihren Fahrstrom aus Wasserstoff in einer 200 kW Brennstoffzelle des kanadischen Unternehmens "Ballard Power Systems" mit einer Reichweite von 800 km (zweiteilig) bzw. 1.000 km (dreiteilig). Parallel wurde das Projekt "H2goesRail" präsentiert, das die nötige Infrastruktur für den Wasserstoffbetrieb bereitstellte.

Ab Ende 2023 war der Mireo als Mireo Smart in vorkonfigurierten Versionen für einen effizienteren Beschaffungsprozeß verfügbar, die ab der Beauftragung die Betriebsaufnahme inerhalb von 18 Monaten versprachen. Der Mireo Smart wurde als dreiteiliger konventioneller Elektrotriebzug sowie in zweiteiligen Ausführungen mit Hybridantrieb angeboten. Eine erste Bestellung für den Mireo erfolgte 2017 durch die DB Regio für das Netz Rheintal. 2023 gab die ÖBB einen Rahmenvertrag über bis zu 540 Mireo mit einem Gesamtvolumen von über 5 Mrd. Euro für den inneralpinen Nah- und Fernverkehr bekannt. Bis August 2023 lagen Bestellungen für über 300 Einheiten aller Varianten vor.


Die "Midtjyske Jerbaner A/S" (MjbaD) entschied sich im Mai 2022 nach einer EU-weiten Ausschreibung für die Beschaffung von 7 zweiteiligen Mireo Plus B mit schnellladefähigen Lithium-Titanat-Batterien und dem ECTS-Zugsicherungssystem. Da,mit sollten die bisher verwendeten Dieseleinheiten ab 2024 abgelöst und den Umstieg auf einen emissionsfreien Elektroantrieb eingeleitet werden. Als Ladeinfrastruktur erhielten die Stationen Lemvig, Holstebro und Skjern jeweils 25 kV-Kontaktschienen auf Oberleitungsniveau, an denen innerhalb 4-8 Min. ausreichend Energie für den folgenden Streckenabschnitt aufgenommen werden konnte. Abgestellte Einheiten konnten in Lemvig und Vemb mit 1 kV-Ladesteckdosen versorgt werden. Für die Ladezeit der Batterien von 20 % auf 100 % wurden 15 Minuten bei Schnellladung (2.000 kWh) bzw. 35 Minuten bei normaler Ladung (700 kWh) angegeben, an den Ladesteckdosen waren 4,5 Std. erforderlich. Die Reichweite der Fahrzeuge wurde mit 80-120 km bei vollen Akkus und einer Geschwindigkeit von 120 km/h genannt. Die farbliche Gestaltung der Züge wurde lange mit der Agentur "RailcolorOntrack" entwickelt, da die Fahrzeuge weißlackiert ausgeliefert wurden und erst lokal foliert werden sollten. Leztendlich entschied man sich für die MjbaD-Hausfarben weiß, rot und orange. In Abstimmung mit den anliegenden Kommunen wurden 10 Wahrzeichen mit lokalen Motiven ausgewählt, mit denen die Züge dekoriert wurden:

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Vedvarende energi (Erneuerbare Energie): Windkraftwerke werden stolz als landschaftprägende Elemente und als Symbol für den Erfolg grüner Energie gesehen.
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Klimatorium: Die Forschungseinrichtung in Lemvig ist Dänemarks internationales Klimazentrum, in dem Teilnehmer aus Wissenschaft und Gesellschaft neue Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels entwickeln.
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Lemvig Kirke (Kirche Lemvig): Das Bauwerk aus dem 12. Jhdt. ist ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt.
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Jernbanebroen Lemvig (Eisenbahnbrücke Lemvig): Das 1892 errichtete Bauwerk der "Lemvigbanen" (VLTJ) galt seinerzeit als ingenieutechnische Meisterleistung und zählt zu den Ikonen des Stadtbildes.
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Bovbjerg Fyr (Leuchtturm Bovbjerg): Der rote Leuchtturm an der Steilküste zwischen Thorsminde und Thyborøn ist ein beliebtes Ausflugsziel an der Westküste Jütlands.
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Fiskekutter (Fischkutter): Die Fischerei in der Nordsee ist seit Jahrhunderten Teil der Kultur in Nordjütland.
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Nørre Vosborg: Das Herrenhaus bei Holstebro blickt auf eine 800 jährige Geschichte und ist heute ein lebendiges Kulturzentrum.
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Borgerne fra Holstebro (Die Bürger von Holstebro): Die Skulptur wurde 2001-04 von dem Künstler Bjørn Nørgaard erschaffen und symbolisiert in der Gegenwart ie Verantwortung zur Tradierung menschlicher Werte als Grundlage künftiger Gesellschaften.  
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Lyngvig Fyr (Leuchtturm Lyngvig): Der Leuchtturm zwischen Søndervig og Hvide Sande wurde 1906 nach einem tragischen Schiffbruch errichtet und erfüllt auch heute noch seine Funktion.  
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Holger Danske: Der dänische Sagenheld Holger Danske weilt der Legende nach schlafend auf Schloß Kronborg bis zu dem Tag, da Dänemark höchste Gefahr droht. Dann werde er aufstehen und die Nation in die Freiheit führen. Seit 2013 schmückt ein entsprechendes Denkmal den Marktplatz in Skjern.


Am 19. Dezember 2025 weihte S.M. König Frederik von Dänemark offiziell den ersten batteriebetriebenen Triebzug des Landes ein. Die Fahrzeuge wurden als MjbaD 563 001+101 - 563 007+107 eingereiht und erhielten individuelle Namen, s. Fahrzeugliste.


Technische Daten "Mireo Plus B" (zweiteilig):
Anzahl 7
Hersteller Siemens Mobility
Baujahre 2024
Achsfolge Bo' 2' Bo'
Länge über Kupplung 46.560 mm
Spannungssystem 25 kV AC / 50 Hz
Leistung 1.700 kW
Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
Dienstgewicht 93,0 t
Sitz- / Stehplätze 127 / 155
Einrichtung -


Abbildungen:

Mireo Plus B für MjbaD:

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DK12510 DK13254 DK14702


Andere Ausführungen:

DK12234 DK12233 DK12202 DK12232 DK14099

DK14902


Zum Verbleib der einzelnen Fahrzeuge s. Fahrzeugliste


Quellen:
Midtjyske Jernbaner: www.mjba.dk
Siemens Mobility: www.mobility.siemens.com


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