Die britische Firma "John Fowler
& Co. Ltd." im britischen Leeds erwarb sich seit Mitte des
19. Jhts. einen klangvollen Namen mit
dampfgetriebenen Lokomobilen, Straßenwalzen und Landschleppern.
Seit 1866 zählten auch Dampfloks zum Sortiment und 1923 wurde
die erste Rangierlok mit Verbrennungsmotor geliefert. Während
des 2. Weltkrieges wurde Fowler als Rüstungsbetrieb
verstaatlicht und nach dem Friedensschluß wieder privatisiert.
1975 ging das Unternehmen schließlich in der "British
Leyland" auf. Trotz eines internationalen Kundenkreises blieben
die Stückzahlen an Lokomotiven in überschaubaren Größen.
Das Angebot an Dieselloks bestand im wesentlichen aus zweiachsigen
Rangiermaschinen, die in Schmal- und Regelspurausführung zu
haben waren und als sehr robust galten. Die Kraftübertragung
erfolgte mit mechanischen und ab 1957 mit hydraulischen Getrieben
über Blindwellen und Kuppelstangen. Ab 1949 wurden nur noch
zugelieferte Motoren von McLaren, Leyland, Rolls
Royce oder Cummins verbaut und 1968 wurde die Lokomotivsparte ganz
aufgegeben.
Die Fjerritslev-Federikshavn Jernbane
(FFJ) erwarb 1952 zwei dieselmechanische Fowler-Rangierloks mit
Leyland Motoren. Diese für dänische Privatbahnen
ungewöhnliche Wahl des Lieferanten gründete auf den
positiven Erfahrungen der FFJ mit ihren Bussen, die ebenfalls mit
Leyland-Motoren ausgerüstet waren. Bei Stillegung der FFJ wurden
die beiden Fowler-Loks 1969 an andere Privatbahnen verkauft, die die
Maschinen für Rangieraufgaben in Häfen verwendeten. Eine
der Loks ging an die Lollandsbanen (LJ), sie wurde in Nakskov
eingesetzt und 1978 mit Getriebeschaden abgestellt. Die andere
Maschine ging an die Hjørring Privatbaner (HP) und wurde am
Fährterminal in Hirtshals stationiert. Hier stellten sich die
Ausgleichsgewichte der Kurbelwelle als hinderlich heraus, die bei stärker
geknickten Rampen zum Aufsetzen neigten. So wurde auch diese Lok 1978
an die LJ verkauft, die damit den abgestellten Vorgänger
ersetzte. Beide Loks wurden 1986 verschrottet, sie waren während
ihrer gesamten Einsatzzeit dunkelrot lackiert.
|
Technische Daten Fowler |
| Anzahl |
2 |
| Hersteller |
Fowler
|
| Baujahr |
1952 |
| Achsfolge |
B |
| Länge über Puffer |
6.400 mm |
| Motor |
Leyland D 600, 6 Zylinder |
| Leistung |
79 kW (107 PS) bei 1500 U/min |
| Kraftübertragung |
dieselmechanisch |
| Höchstgeschwindigkeit |
18 km/h |
| Dienstgewicht |
19,0 t |
Abbildungen:
Zum Verbleib der einzelnen Loks s.
Fahrzeugliste.
Quellen:
Andersen, Torben (2000): Motormateriel hos LJ. Lokomotivet 61: 40-48.
Andersen, Torben (2001): Motormateriel hos Hjørring Privatbaner. Lokomotivet 67: 41-47.
Jux, Frank (1970): Fowler´s century of locomotive building. The
industrial railway record No.29: 208-213.
Zur Fahrzeug-Übersicht