Steckbrief DSB Dm (II), Pm, Pbm

Gattungen Dm (II), Pm, Pbm


Die deutschen Postverwaltungen unterhielten zum Betrieb ihrer Bahnpoststellen umfangreichen Bestände von Bahnpostwagen (Bpw). Dabei handelte es sich um rollende Postdienststellen, in denen während der Fahrt Briefe, Päckchen und Pakete sortiert wurden. Bahnpostwagen wurden entweder in Reisezüge oder in eigene Postzüge eingestellt. Die Bauart der Bahnpostwagen wurde mit der Jahreszahl der ersten Beschaffung gekennzeichnet, die Bauweise der Fahrzeuge für den Einsatz in Schnellzügen orientierte sich an den zeitgenössischen Reisezugwagen. Bei der Deutschen Bundespost basierten ab 1952 alle Neubeschaffungen auf dem UIC-Typ X mit einem Wagenkasten aus Stahl in Leichtbauweise und Drehgestellen der Bauart Minden-Deutz. Die Ladetüren waren als ein- oder zweiteilige Schiebetüren ausgeführt. Überzählige oder veraltete Wagen wurden an verschiedene Bahnbetreiber veräußert. Nach dem Zusammenschluß der Postverwaltungen "Deutsche Bundespost" und "Deutsche Post" zur "Deutschen Post AG" von 1995 wurde der Bahnpostbetrieb zunächst weitergeführt. 1997 wurde die Bahnpost von neuen, automatisierten Briefverteilzentren ohne Gleisanschlüsse abgelöst, die die Bearbeitung der Sendungen übernahmen. Das zeitgleich aufgebaute deutsche Nachtluftpostnetz beschleunigte den Versand.

Die DSB erwarb ausgemusterte deutsche Bahnpostwagen in zwei Tranchen: 1983 wurden 24 Wagen der Baureihen 1954 und 1955 von der Deutschen Bundespost übernommen, drei der Wagen stammten aus dem Bestand des Charterunternehmens "Apfelpfeil". Alle Fahrzeuge erfuhren bei Scandia einen Umbau und wurden gründlich renoviert. 14 der Wagen gingen als Gepäckwagen der Gattung Dm in Dienst, ausgestattet mit einem großen Packraum ohne Seitengang und einem Büroabteil. 10 Wagen wurden als Bahnpostwagen der Gattung Pm an die "Post Danmark" vermietet. 1987 folgte eine zweite Beschaffung von 10 Wagen der Baureihe 1962, erkennbar an je einer zweiflügeligen Ladetür pro Seite. Diese Wagen wurden in den Zentralwerkstätten Århus als Bahnpostwagen der Gattung Pbm hergerichtet, wobei u.a. einige Fensteröffnungen verschweißt wurden. Alle von der DSB übernommenen Fahrzeuge erhielten das übliche rote Farbschema der DSB-Reisezugwagen. Ein weiterer Bahnpostwagen wurde 1982 von der Privatbahn Odsherredsbanen (OHJ) erworben als Dp 248 bis 1986 im Postdienst eingesetzt. Der Wagen behielt seine originale Lackierung in Chromoxidgrün und lediglich die Aufschriften wurden angepaßt.

Nach dem Ende des Bahnpostverkehrs in Dänemark 1997 verblieben die Wagen im Bestand der DSB. Einige wurden verschrottet, andere fanden eine weitere Nutzung als Bahndienstfahrzeuge, als Ausstellungswagen bei "Expotrain" oder als Möbellager bei "Trip Trap Denmark A/S" in Århus. Drei der Wagen wurden 1996 an die Organisation "Kulturby '96" als Veranstaltungsorte für die Europäische Kulturhauptstadt Kopenhagen veräußert. Der Packwagen Dm 048 wurde 1994 vom DJK erworben und beim ehemaligen Eisenbahnmuseum in Allingåbro abgestellt.


Technische Daten Dm (II), Pm, Pbm:
Dm Pm Pbm
Anzahl 14 10 10
Hersteller / Umbau div. / Scandia div. / Scandia div. / Cvk Ar
Baujahre / Umbau 1953-56 / 1983 1954-57 / 1983 1983-84 / 1987
Länge über Puffer 26.400 mm 26.400 mm 26.400 mm
zul. Höchstgeschw. - km/h - km/h - km/h
Eigengewicht 38,0 t 36,0 t 36,0 t
Ladegewicht 20,0 t 20,0 t 20,0 t
Ladefläche - m² - m² - m²
Einrichtung 1 Packraum, 1 Büroabt., 1 WC - -


Abbildungen:

Dm (II):

DK5184 DK3554 DK3957 DK2149


Pm:

kein Bild

Pbm:

DK3445


OHJ:

DK5185 DK5186


Dm, Pm, Pbh als Bahndienstfahrzeuge:

DK3562 DK3559 DK3560 DK5182


Dm, Pm, Pbh nach Abstellung:

DK3558 DK3531 DK3555 DK3556


Quellen:
Deppmeyer, Joachim, Kirsch, Klaus & Wagner, Peter (2003): Kleine Typenkunde deutscher Bahnpostwagen. Stuttgart: Transpress Verlag.
Nilsson, Tommy: Jernbanen.dk. www.jernbanen.dk


Zur Fahrzeug-Übersicht