A/S Vulcan, C. F. Kiehn, Maribo


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Das Unternehmen "Vulcan" wurde 1874 in Maribo auf Lolland gegründet und ist nicht mit der Stettiner Vulcan AG oder der Vulcan Foundry Ltd., Newton-le-Willows, England zu verwechseln. Vulcan produzierte als Eisengießerei und Maschinenfabrik vorwiegend landwirtschaftliche Maschinen und Meiereiausrüstungen. 1894 übernahm der Geschäftsmann Christian Friedrich Kiehn das Unternehmen, das zu dieser Zeit 16 Mitarbeiter beschäftigte. Unter C. F. Kiehn wurde die Produktion kräftig ausgebaut und man zählte schon 1895 ca. 70 Angestellte. Neu im Angebot waren u.a. mechanische Dreschwerke und Lokomobilen als Ersatz für Pferdekraft. 1898 wurde das Unternehmen in die Aktiengesellschaft "A/S Vulcan, C. F. Kiehn" umgewandelt, die Belegschaft wuchs im Folgejahr auf ca. 300.

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1894 war das Jahr des ersten großen Eisenbahngesetzes, das zahlreiche Neugründungen und Erweiterungen von Bahngesellschaften ermöglichte. Folglich stieg Vulcan auch in dieses Geschäft ein und vertrat exklusiv die deutsche Lokomotivfabrik Jung. 1896 wurde eine neue Fabrik für Eisenbahnmaterial in Maribo Nørremark (Lolland) errichtet und schon bald war man allgegenwärtiger Konkurrent für Scandia, dem in Dänemark bis dahin dominierenden Hersteller für Eisenbahnwagen. Zahlreiche Waggons wurden an die DSB und an verschiedene Privatbahnen geliefert. Der typische Vulcan-Personenwagen war ein relativ kurzer Zweiachser mit offenen Endbühnen und einem Dach mit Oberlichtaufbau - letzterer ein häufiger Grund für Reklamationen wegen Undichtigkeit. Für die DSB wurden u.a. zehn der zweiachsigen Doppelstockwagen vom Typ Co "Bismarckvogne" für den Kopenhagener Ausflugsverkehr gebaut. Weiterhin wurden einige hundert Güterwagen hergestellt. 1899 gingen an die Kopenhagener Straßenbahngesellschaft "Frederiksberg Sporvejs- og Elektricitets Aktieselskab" 20 zweiachsige elektrische Tramwagen, die erst in den 1930er Jahren ausgemustert wurden. An Bauunternehmen und Rübenbahnen wurden Schmalspurwagen und Loren geliefert.

Ab 1900 baute Vulcan insgesamt 18 Dampflokomotiven, die zu Dumpingpreisen angeboten wurden. Diese Verlustgeschäfte sowie unsolide Finanzierung brachten das Unternehmen wirtschaftlich in erhebliche Bedrängnis. 1902 muß C. F. Kiehn seinen Abschied nehmen und schließlich veranlaßte "Den danske Landmansbanken" als Haupteigner 1906 den Verkauf des Unternehmens an A/S Scandia in Randers. Scandia führte die Produktion beider Betriebe in Randers zusammen. Von den 125 verbliebenen Vulcan-Angestellten zogen ca. 80 mit ihren Familien nach Randers, der Standort Maribo wurde geschlossen. Scandia Randers konnte fortan den dänischen Markt für Waggons unangefochten beherrschen. Die Fabrik in Maribo wurde 1908 von der Meierei "Trifolium" erworben, die Gebäude wichen um 1970 neuen Bauvorhaben.


Erhaltene Vulcan-Fahrzeuge:
Obwohl Vulcan zahlreiche Wagen produzierte, sind nur noch wenige Fahrzeuge vorhanden - einige davon haben einen gründlichen Umbau hinter sich, so daß hier nur noch das Fahrgestell original erhalten ist (s.u.). Von den Vulcan Dampfloks sind zwei Stück erhalten geblieben: Die Rangierlok Hs 415 der DSB und die Schlepptenderlok OHJ 5. Letztere stand bis 1963 in Dienst und soll bei der LFJ restauriert werden.


Dampfloks:
Fahrzeug (Achsfolge)
Baujahr / Fabriknummer
Eigner
DSB Hs 415 (B) 1901 / 6 Danmarks Jernbanemuseum
OHJ 5 (C t2) 1901 / 10 LFB

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Personenwagen:
Fahrzeug (Achszahl)
Baujahr / Fabriknummer
Eigner
HHB A 1 (4) 1906 NSVJ
ETJ C1 (2) 1901, 1946 umgebaut LFB
DSB Co 10498 (2) 1900 Danmarks Jernbanemuseum

DK4736 DK2598 DK1380


Pack- und Güterwagen:
Fahrzeug (Achszahl)
Baujahr / Fabriknummer
Eigner
AHJ EM 78, ex FFJ Q6 (2) 1897, 1932 umgebaut, Typ "Bette Claus" MHVJ
FFJ Em 38 (2) 1897, 1932 umgebaut, Typ "Bette Claus" LFB
OHJ E 243, Packwagen (2) 1899 NSVJ
OHJ D 232, Packwagen (2) 1899 NSVJ
HHGB D, Pack- und Postwagen (2) 1906 MBJ
LJ ZE 509101, Kesselwagen "ESSO" (2) 1904 MBJ

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Quellen:
Christensen, Lars c/o: www.jernbanen.dk
Limfjordsbanen (LfB): www.jernbaneklub.dk/lfb
Nordsjællands Veteranjernbane (NSVJ): www.nsjv.dk\index.html
Nørregård, Georg (1961): Vognfabrikken Scandia Randers 1861-1961. Randers: Scandia.
Olsen, Michael: www.voldmestergade.dk/index.htm
Poulsen, John, Hrsg. (1997): Privatbanerne gennem 150 år. Smørum: bane bøger.
Topp Nielsen, Per (1996): 1896: Waggonfabrikken Vulcan. Jernbanehistorisk årbog 1996: 21-30.


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