Das Ausflugsgebiet Hareskoven nordwestlich von Kopenhagen wurden 1895 durch eine neue Attraktion
bereichert: Das amphibische Dampfboot "Svanen" überquerte die Landbrücke zwischen den
Seen Furesø und Farum Sø aus eigener Kraft! Das Fahrzeug war bereits 1891 bei der schwedischen
Kristiansstad gebaut worden nach einer Konstruktion des Dozenten C.J. Magnell. Es handelte sich
um ein offenes Boot mit Stahlrumpf und einer mittig angeordneten 2-Zylinder Verbund-Dampfmaschine.
Das Fahrzeug hatte eine Länge von 13,10 m bei einem Gewicht von 11 t und bot 62 Fahrgästen
Platz auf Bänken entlang der Bordwände. Das Besondere waren zwei Achsen unter dem Rumpf,
deren 4 Räder jeweils mit innen- und außenliegengen Spurkränzen für eine Spurweite von 1.217 mm
versehen waren. Am Anleger halfen Fenderbalken, das Boot auf die Gleise der Landstrecke manövrieren,
auf denen es sich dann mit eigenem Vortrieb bewegte. Hierzu ließ sich die vordere Achse mittels
Kupplung über die Welle der Dampfmaschine antreiben. Auf dem Wasser erreichte man eine
Geschwindigkeit von 8 kn bzw. 15 km/h, an Land bewegte man sich in Fußgängertempo mit 4-5 km/h.
Allerdings machten die ungefederten Achsen die Schienenfahrt recht ungemütlich und so zogen es
die Fahrgäste vor, das Spektakel von außen zu betrachten. Bereits nach wenigen Jahren wurden
die Räder und Achsen entfernt, die Svanen blieb bis 1938 im Ausflugsverkehr in Gebrauch.
Anschließend diente sie als Schleppboot im Hafen Kopenhagens, wo sich ihre Spur in
den Kriegsjahren verlor.
Quellen:
Erik, Erik V.: "Svanen" og Fiskebæk Hotel. EVP Danmark, www.evp.dk
Thomassen, P. (1969): Fiskebæk - Furesø. Jernbanen 5/69: 5-9.
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